Seltene Begebenheiten

13. Juli 2011 – 22:41

MĂ€chtig was los in Namibia: In den vergangenen 36 Stunden habe ich den namibischen Premier-Minister Nahas Angula, ein Stinktier und mehrere Löffelhunde gesehen – alle zum ersten Mal in meinem Leben. Leider konnte ich keine dieser BerĂŒhmtheiten fotografieren, weil alle sehr schnell wieder verschwunden waren. Bei ersterem wĂ€re das ohnehin heikel geworden, denn ich durfte nicht einmal das GebĂ€ude verlassen, bis der gute Mann in einer imposanten Kolonne deutscher Luxus-Fahrzeuge abgefahren war. Ich verspreche aber, dass ich ihm so oder so nichts getan hĂ€tte, obwohl ich am selben Morgen gerade erfahren hatte, dass der Herr eine der treibenden KrĂ€fte ist, die in Namibia ein sinniges und erprobtes Bedingungsloses Grundeinkommen verhindern.

Ohne Fotos will ich mich jedoch auch nicht in die Nachtruhe verabschieden und deswegen gibt es zusĂ€tzlich zum heißen Beleg meines WĂŒsten-Ski-Ausflugs vor ein paar Tagen noch Bilder vom Heroes‘ Acre, dem namibischen Nationaldenkmal zu Ehren der FreiheitskĂ€mpfer gegen die deutsche Kolonialherrschaft und die sĂŒdafrikanische Besatzung. Die Gestaltung hat etwas von stalinistischem Schick. Besonders das Kind, das dem siegreichen Soldaten in der vor Maschinengewehren und Granaten strotzenden Darstellung des UnabhĂ€ngigkeitskampfes einen Blumenstrauß zusteckt, hat mich doch schwer beeindruckt. Insgesamt ĂŒberzeugt mich das Werk aber immer noch tausendmal mehr als die unzĂ€hligen Gedenktafeln fĂŒr die „heldenhaften“ deutschen Krieger, die sich mit ihren Gewehren anscheinend derart tapfer der Einheimischen „erwehrt“ haben mĂŒssen, dass dieser Dienst fĂŒr Volk und Kaiser an jeder zweiten Dorffestung in Kunstguss gewĂŒrdigt werden musste.

PS: Weil ich hier immer noch auf den ersten Kommentar warte, starte ich zum Heroes‘ Acre ĂŒbrigens ein lustiges Quizz mit heikler Gewinnchance: Wer mir als erster sagt, welches Land die riesige Soldaten-Statue beigesteuert hat, darf zur Belohnung ein Bier auf den charismatischen FĂŒhrer dieses Landes mit mir trinken. Kleiner Tipp: Das darf man nicht ĂŒberall auf der Welt straffrei!

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