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Keine Gewalt

5. Juli 2016 – 08:28

SĂŒdafrikas Staatsrundfunk will nicht mehr ĂŒber illegale Protestformen berichten. Journalisten, die sich gegen die Zensur wehren, werden abgestraft

SĂŒdafrikas staatlicher Rundfunk SABC erlebt derzeit eine „SĂ€uberungswelle“, wie es sie in der demokratischen Ära des Landes bisher noch nicht gegeben hat. JĂŒngstes Opfer war am 4. Juli Parlamentsreporter Lukhanyo Calata, dem interne Ermittlungen angekĂŒndigt wurden. Deren Inhalt teilte der Sender zwar zunĂ€chst nicht mit, es liegt jedoch nahe, dass die Strafmaßnahme mit Calatas Teilnahme an einer Demonstration gegen Zensur und die Suspendierung von Kollegen zusammenhĂ€ngt. weiterlesen…

Wandeln zwischen den Welten

26. MĂ€rz 2015 – 12:38

Im sĂŒdafrikanischen Port Elizabeth trennt eine Strasse Arm und Reich. Wer Arbeit finden will, bleibt an ihrem Rand stehen. Wer die Gesellschaft verĂ€ndern will, ĂŒberquert sie. Eine Reportage aus der Township Gqebera

Thobile Dumezweni wĂŒrde gerne GrenzgĂ€nger sein. In seinen mit Mörtelspritzern ĂŒbersĂ€ten grauen Jeans und einer Regenjacke sitzt er an der Heugh Road in Port Elizabeth, SĂŒdafrikas fĂŒnftgrösster Stadt, und wartet auf einen Arbeitseinsatz. In der Metropolenregion mit ĂŒber 1,2 Millionen EinwohnerInnen unterhalten Volkswagen und General Motors ihre sĂŒdafrikanischen Produktionsstandorte. Eine Zulieferindustrie hat sich angesiedelt, diverse Reedereien und Dienstleister haben hier Dependancen. Wenn Dumezweni die Strasse hinunter zu den Docks am Indischen Ozean liefe, kĂ€me er nach knapp vier Kilometern am elegant in Weiss gehaltenen BĂŒrogebĂ€ude des Logistikkonzerns KĂŒhne & Nagel vorbei. Port Elizabeth ist der wichtigste Industriestandort im Eastern Cape, einer der neun Provinzen des Landes. Doch der Mann mit dem leicht ergrauten Siebentagebart und dem skeptisch-schĂŒchternen Blick bleibt auf seinem alten Ölkanister sitzen. weiterlesen…

Blendende Aussichten

29. November 2012 – 06:53

Simbabwe profitiert stÀrker von seinen BodenschÀtzen, doch die Staatskasse bleibt leer

Eine Verneunfachung der Kohle-Produktion, eine 500-prozentige Steigerung der Gold-Förderung und ZuwĂ€chse um 72 Prozent im Diamantenbergbau sowie 50 Prozent bei Platin – Simbabwes Finanzminister Tendai Biti zeichnete in seiner Budgetrede zuletzt ein schier rosiges Bild vom Rohstoffpotential seines Landes. Die Zahlen stammen aus einer Studie der Weltbank und untermauern eindrucksvoll den beginnenden Aufschwung in Simbabwes Bergbauindustrie. weiterlesen…

“Die können ruhig Angst haben, wir haben Hunger”

17. November 2012 – 20:46

SĂŒdafrika droht eine Streikwelle in der Landwirtschaft – wie bei den ArbeitskĂ€mpfen im Bergbau geht es um gerechte Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Eng an den Hang gebaut, teilweise regelrecht in den Fels eingemeißelt, schlĂ€ngelt sich die Fernstraße N1 von Kapstadt zwischen massiven Bergriesen hinauf auf das Plateau der Karoo-HalbwĂŒste. Die Route fĂŒhrt durch malerische TĂ€ler, mal steil und felsig, dann wieder ausladend und fruchtbar, wie der breite Kessel des Hex River Valley. BlĂŒtenweiß gestrichene kaphollĂ€ndische FarmhĂ€user, die an die gehegte Bauerntradition der europĂ€ischen Siedler erinnern, strahlen jetzt im FrĂŒhling der SĂŒdhalbkugel zwischen saftig-grĂŒnen Weinfeldern. Tafeltrauben – vor allem fĂŒr den Export – und etwas Tourismus sind die Triebfedern der Region. Doch das Postkartenidyll ist zerstört. weiterlesen…

Aufstand fĂŒr ein besseres Leben

16. November 2012 – 07:08

SĂŒdafrikas Farmarbeiter streiken fĂŒr gerechtere Löhne und Perspektiven fĂŒr ihre Kinder

In saftigem GrĂŒn erstrecken sich die weiten Weinfelder ĂŒber den breiten Tal-Kessel des Hex Flusses, anderthalb Autostunden nordöstlich von Kapstadt. Auf den 110 Farmen rund um das Dorf De Doorns werden hauptsĂ€chlich Tafeltrauben angebaut, auch bei Touristen ist die Gegend mit ihren historischen kaphollĂ€ndischen FarmhĂ€usern beliebt, doch das lĂ€ndliche Idyll hat dunkle Flecken bekommen. Der Geruch von Rauch hĂ€ngt in der Luft, die Fernstraße N1 ist mit Steinen, Felsbrocken und brennenden Reifen blockiert. Seit nunmehr zwei Wochen streiken die rund 16.000 Landarbeiter der Region. weiterlesen…

Kompromiss in Sicht

7. Juni 2012 – 10:27

Kommunistische Partei SĂŒdafrikas will Leiharbeitsfirmen von StaatsauftrĂ€gen ausschließen

Durchwachsene Aussichten fĂŒr SĂŒdafrikas Leiharbeiter: Drei Wochen vor dem Programmparteitag des African National Congress (ANC) kommt Bewegung in eines der Hauptstreitthemen innerhalb der Regierungsallianz aus ANC, Kommunistischer Partei SĂŒdafrikas (SACP) und dem Gewerkschaftsdachverband COSATU. Waren die Positionen bisher verhĂ€rtet zwischen COSATUs Forderung nach einem allumfassenden Verbot von Leiharbeit und einem sanften Reformvorschlag der ANC-FĂŒhrung, könnte eine Forderung von SACP-GeneralsekretĂ€r Blade Nzimande nun den Weg zum Kompromiss zeigen. weiterlesen…

Allianz der Angst

30. April 2012 – 10:34

SĂŒdafrikas Gewerkschaftsbund steckt fest zwischen Emanzipation und Einflussverlust/ Basis ist kampfbereit

Als die 17000 Bergleute der weltgrĂ¶ĂŸten Platinmine nahe der Stadt Rustenburg, 120 Kilometer nordwestlich von Johannesburg, im Januar und Februar in einen sechswöchigen wilden Streik traten, blitzte es gefĂ€hrlich auf, das Damoklesschwert, das ĂŒber SĂŒdafrikas Gewerkschaften schwebt. ZunĂ€chst hatten die in der Arbeitshierarchie und Gehaltsstruktur sprichwörtlich ganz unten stehenden Bohrarbeiter die Werkzeuge niedergelegt, weil der Betreiber Impala Platinum den ĂŒber ihnen stehenden Minenarbeitern, Vorarbeitern mit Sprenglizenzen und Sicherheitsverantwortung, 18-prozentige Lohnerhöhungen bewilligte, die einfachen Kumpel aber auf dem unverĂ€nderten Gehaltsniveau von umgerechnet 300 bis 450 Euro versauern ließ. Der nur leidlich mit höheren Fluktuationsraten bei den Vorarbeitern verschleierte Spaltungsversuch des Konzerns, als weltweit zweitgrĂ¶ĂŸter Platinproduzent ein wichtiger Akteur mit Strahlwirkung fĂŒr die sĂŒdafrikanische Bergbaubranche, scheiterte. Die gesamte Belegschaft solidarisierte sich mit den Bohrarbeitern und trat in den ungeschĂŒtzten Streik. Das Problem fĂŒr die zustĂ€ndige Bergbaugewerkschaft NUM: Der Zusammenhalt der Kumpel fand nicht wegen, sondern trotz ihr statt. weiterlesen…

Erntezeit im Tal der Götter

18. April 2012 – 18:56

SĂŒdafrikanischer Wein wird in Deutschland immer beliebter – Ein Ortsbesuch zur Lese im MĂ€rz

Schnellen Schrittes jagt John Seccombe durch die Gassen zwischen den Rebstöcken, zĂŒckt hier und da sein Messer und schneidet nach dem Zufallsprinzip ein paar Trauben ab, die er in seine PlastiktĂŒte steckt. Es ist kurz nach 8 Uhr morgens, und im noch sanft von Wolken verschleierten Hemel-en-Aarde Tal hĂ€ngen noch kleine Tautröpfchen im Gras wĂ€hrend die stehende warme Luft bereits die Hitze des Tages ankĂŒndigt. weiterlesen…

Simbabwe macht Ernst

18. April 2012 – 10:30

ZANU-PF-Minister zwingen internationale Bergbaukonzerne zur Abgabe von Mehrheitsanteilen

Die Schlagzeilen der internationalen Presse gehörten vor dem 32. UnabhĂ€ngigkeitstag am Mittwoch einmal mehr den Gesundheitsspekulationen um PrĂ€sident Robert Mugabe (ZANU-PF), der nach offiziellen Regierungsinformationen „topfit“ ist und lediglich auf einer privaten Asienreise seine Tochter besucht habe. In Simbabwe selbst ist derzeit ohnehin ein anderes Thema wesentlich brisanter: Der Mugabe-treue Teil der Einheitsregierung hat in den vergangenen Wochen den beiden weltgrĂ¶ĂŸten Platin-Produzenten Zusagen fĂŒr einen Verkauf ihrer Mehrheitsanteile abgerungen. weiterlesen…

IdentitÀtsstifter

16. April 2012 – 09:29

SĂŒdafrika: Kleine regionale Zeitungen erobern ihre Leser

Das Eastern Cape ist das Armenhaus SĂŒdafrikas. Mit Ausnahme der kolonial geprĂ€gten Metropolen Port Elizabeth und East London ist die zu Apartheid-Zeiten in Homelands zerstĂŒckelte Provinz strukturschwach und ohne nennenswerte Wirtschaft – keine guten Voraussetzungen fĂŒr den lokalen Zeitungsmarkt. Die meisten Gemeinden mussten daher lange ganz ohne lokale Medien auskommen. LĂ€ndliche Kleinunternehmer und passionierte Journalisten versuchen das inzwischen zu Ă€ndern. Sie wollen nicht nur Papier und Anzeigen verkaufen, sondern ihren lange unterdrĂŒckten Gemeinschaften auch eine IdentitĂ€t geben. weiterlesen…

Bereit zum Kampf

9. MĂ€rz 2012 – 12:40

SĂŒdafrika: Hunderttausende demonstrieren gegen Leiharbeit

Hunderttausende SĂŒdafrikaner haben am Mittwoch in insgesamt 34 StĂ€dten des Landes fĂŒr ein generelles Verbot von Leiharbeit und die RĂŒcknahme eines Mautstraßenprogramms demonstriert. Zu den landesweit mit Streiks einhergehenden Demonstrationen, die zu den grĂ¶ĂŸten Massenprotesten im Land seit Ende der Apartheid 1994 wurden, hatte der Gewerkschaftsbund COSATU aufgerufen. weiterlesen…

Verlorene TrÀume

27. Februar 2012 – 12:44

SĂŒdafrika: Streik in weltgrĂ¶ĂŸter Platinmine vor dem Aus. Vertrauen in Gewerkschaften weiter gesunken

Massenentlassungen, drei Tote und eine niedergebrannte Polizeistation: Der seit mehr als einem Monat andauernde wilde Streik in der weltgrĂ¶ĂŸten Platinmine nahe der sĂŒdafrikanischen Stadt Rustenburg ist lĂ€ngst mehr als der anfĂ€ngliche Disput um die gerechte Verteilung von Bonuszahlungen. In dem Bergwerk eskalierte der Kampf um ein besseres Leben fĂŒr alle, das der regierende ANC vor nunmehr fast 20 Jahren versprochen hatte. weiterlesen…

GrĂŒne Luftschlösser auf Kohle gebaut

3. Dezember 2011 – 22:27

SĂŒdafrika will regenerative Energien fördern, ist aber abhĂ€ngig von seiner eigenen Steinkohle

SĂŒdafrikas Energieministerin verkĂŒndete auf dem Weltklimagipfel in Durban in der vergangenen Woche verblĂŒffendes:  37 Milliarden Euro wolle das Land in den kommenden 20 Jahren in Kernkraftwerke investieren um daraus 23 Prozent seines Energiebedarfs zu decken. DarĂŒber hinaus soll der Anteil erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung auf 48 Prozent angehoben werden. Realistisch scheinen die strahlend-grĂŒnen Luftschlösser allerdings nicht, denn die Kap-Republik ist langfristig abhĂ€ngig von ihren reichen Steinkohle-Vorkommen. 90 Prozent des sĂŒdafrikanischen Stroms kommen zurzeit aus Kohlekraft – und Peters‘ eigene Partei, der regierende African National Congress (ANC), ist dafĂŒr verantwortlich, dass sich daran so schnell nichts Ă€ndern wird. weiterlesen…

Klimaforschung zwischen Flut und DĂŒrre

29. November 2011 – 08:07

Im sĂŒdlichen Afrika drohen heftigere und hĂ€ufigere Wetterextreme, ein Zusammenhang mit dem Klimawandel ist schwer belegbar.

„Disaster Area“: Die Botschaft auf den großen Tafeln an den Zufahrtsstraßen war eindeutig. Ein ganzes Jahr lang bis in den vergangenen Juli galt Nelson Mandela Bay, sechstgrĂ¶ĂŸter Ballungsraum SĂŒdafrikas, als Katastrophen-Gebiet. Kein Erdbeben, keine Sturmflut hatte den Verwaltungsbezirk um die Hafenstadt Port Elizabeth verwĂŒstet, einziger Grund war eine anhaltende DĂŒrre in der östlichen Kap-Region – die schwerste seit 130 Jahren. Die Stauseen erreichten Rekord-TiefstĂ€nde, noch im MĂ€rz warnte der Direktor der stĂ€dtischen Wasserwerke, dass die VorrĂ€te im Februar 2012 nicht mehr ausreichen wĂŒrden. Gute RegenfĂ€lle in den vergangenen Monaten ließen die Metropole vorerst aufatmen, doch Nelson Mandela Bay ist kein Einzelfall. Immer wieder hatte das sĂŒdliche Afrika in den vergangenen Jahren mit Wetterextremen zu kĂ€mpfen. LĂ€ngst suchen Wissenschaftler nach den Ursachen, klare Antworten können sie aber noch nicht liefern. weiterlesen…

Walmarts irrationale Arbeitsplatzgarantien in Afrika

11. November 2011 – 08:02

Namibisches Gericht bestĂ€tigt Auflagen fĂŒr Markteintritt des Einzelhandelsriesen/ Auch Minister in SĂŒdafrika klagen

Es war ein anschauliches Beispiel fĂŒr die DoppelzĂŒngigkeit eines globalen Konzerns auf dem Vormarsch nach Afrika, das die US-Einzelhandelskette Walmart am vergangenen Freitag im namibischen Windhuk lieferte. Bis zuletzt hatten die AnwĂ€lte des Konzerns versucht, den Obersten Gerichtshof Namibias zur RĂŒcknahme von Sozial-Auflagen zu bewegen. Das Gericht untermauerte schließlich die Bedingungen weiterlesen…

Zukunft wird möglich

3. September 2011 – 20:40

Pilotprojekt in Namibia erprobt Bedingungsloses Grundeinkommen

Frida Nembwaya meldet „ausverkauft“, selbst das Brot in ihren beiden Öfen ist schon vorbestellt. Noch vor vier Jahren hĂ€tte die Mutter von acht Kindern nicht im Traum daran gedacht, einmal als BĂ€ckerin ihr tĂ€glich Brot zu verdienen – aussichtslos war das in Otjivero, einer aus Blech und Zeltplanen zusammengezimmerten Armutssiedlung 100 Kilometer östlich der namibischen Hauptstadt Windhuk. weiterlesen…

Streiks in den Minen

28. Juli 2011 – 12:54

SĂŒdafrika: Mindestlöhne scheitern an Maximalgewinnen

Die Forderung klingt hoch: 14 Prozent mehr Lohn verlangt die sĂŒdafrikanische Bergarbeiter-Gewerkschaft NUM fĂŒr ihre Mitglieder. Doch selbst damit wĂ€re fĂŒr viele Arbeiter noch nicht einmal der ebenfalls angestrebte Mindestlohn von 5500 Rand (570 Euro) erreicht. Die Minenbetreiber bieten kaum mehr als einen Ausgleich der offiziellen Inflation von rund fĂŒnf Prozent und ignorieren geflissentlich die drastischen Preissteigerungen bei Strom und Nahrungsmitteln. 250 000 Bergleute in den reichen Goldminen des Landes haben deswegen angekĂŒndigt, ab heute (Donnerstag) unbefristet die Arbeit niederzulegen. weiterlesen…

Die WĂŒste bebt

3. Juni 2011 – 16:07

Botsuana wird vom grĂ¶ĂŸten Streik seiner Geschichte erschĂŒttert – Regierung bleibt uneinsichtig

Botsuana steht still. In dem Binnenstaat im sĂŒdlichen Afrika, ĂŒber dessen Gebiet sich fast vollstĂ€ndig die harsche Kalahari-WĂŒste erstreckt sind die Schulen geschlossen, die meisten KrankenhĂ€user kaum noch funktionstĂŒchtig. Das nur zwei Millionen Einwohner zĂ€hlende Land erlebt seit nunmehr sieben Wochen den lĂ€ngsten und umfassendsten Streik seiner Geschichte. 90 000 Angestellte des Öffentlichen Dienstes – und damit mehr als 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung – kĂ€mpfen fĂŒr Lohnerhöhungen. weiterlesen…

Wettbewerbs-Tribunal spielt PR-Abteilung

3. Juni 2011 – 15:27

SĂŒdafrika macht Wal-Marts Weg auf den Kontinent frei, Gewerkschaften wĂŒtend

Grant Pattison hĂ€tte wohl kaum geglaubt, dass er so billig davon kommen wĂŒrde. Nach monatelangen Verhandlungen, warnenden Kommentaren aus der Regierung und lautstarken Kampfesansagen der Gewerkschaften hat die sĂŒdafrikanische Wettbewerbs-Kommission den Einstieg des globalen Discounter-Riesen Wal-Mart in den sĂŒdafrikanischen Markt am Dienstag wohlwollend durch gewunken. Der Konzern ĂŒbernimmt demnach fĂŒr umgerechnet 1,7 Milliarden Euro 51 Prozent der sĂŒdafrikanischen Discounter-Kette Massmart. weiterlesen…

Das Zeitalter der NĂ€he

24. Mai 2011 – 13:41

SĂŒdafrikas stark konzentrierter Zeitungsmarkt hat einen neuen Bewerber. Das ĂŒberregionale Blatt The New Age gilt als regierungsfreundlich, gibt sich aber unabhĂ€ngig. Die junge Zeitung hat das Potenzial, Regierungsarbeit ausgewogen zu erklĂ€ren – wĂ€hrend sich die meisten ĂŒbrigen Titel auf kritischem Kollisionskurs mit der Politik befinden.

Der Rahmen war feierlich und SĂŒdafrikas PrĂ€sident Jacob Zuma offensichtlich bester Laune. AnlĂ€sslich des 150. Jahrestags der Ankunft der ersten indischen Arbeiter in der Hafen-Metropole Durban hatte Atul Gupta, indisch-stĂ€mmiger Wirtschafts-Mogul in SĂŒdafrika und Verleger von The New Age, im Namen seiner Zeitung zum Bankett geladen. „Ein neuer Hauch frischer Luft in den Medien“ sei die Zeitung und „ein neues Kapitel der Berichterstattung“ lobte der PrĂ€sident das zu dem Zeitpunkt gerade einen Monat alte Blatt. Eine verbale Umarmung, die den Kritikern der Zeitung jedoch frischen Wind in die Segel blies. weiterlesen…

SĂŒdafrika lĂ€sst Wal-Mart zappeln

25. MĂ€rz 2011 – 01:20

Verhandlungen um Markteintritt ins Stocken geraten/ Gewerkschaften kÀmpferisch

Bitterböse beschwerte sich Grant Pattison am vergangenen Mittwoch ĂŒber die langsamen MĂŒhlen des sĂŒdafrikanischen Industrie- und Handelsministeriums. Pattison ist Vorstandschef von Massmart, einer sĂŒdafrikanischen Discounter-Kette mit MĂ€rkten in insgesamt 15 afrikanischen LĂ€ndern. Seine Kette will er zu 51 Prozent an den US-Branchenriesen Wal-Mart verkaufen, was ihm persönlich umgerechnet 5,5 bis 6,5 Millionen Euro einbringen wĂŒrde – und Wal-Mart den Einstieg in die wachsenden MĂ€rkte Afrikas. Doch der Deal ist ins Stocken geraten. weiterlesen…

Einzelhandelsriese Wal-Mart will Afrikas MĂ€rkte erobern

18. Januar 2011 – 06:31

Gewerkschaften bangen um ArbeitsplĂ€tze – und die LebensmittelqualitĂ€t

Die Chancen der US-amerikanischen Einzelhandelskette Wal-Mart auf einen Eintritt in die wachsenden MĂ€rkte des sĂŒdlichen Afrikas sind seit gestern gestiegen. 97 Prozent der Teilhaber der sĂŒdafrikanischen Kette Massmart, die noch in 14 weiteren afrikanischen LĂ€ndern MĂ€rkte betreibt, stimmten fĂŒr den Verkauf der von Wal-Mart angestrebten 51 Prozent an dem Unternehmen. weiterlesen…

German GemĂŒtlichkeit als Markenzeichen

14. Dezember 2010 – 06:42

Ein Paderborner kocht am Deutschlandbild der SĂŒdafrikaner

Die KĂŒche von Thomas Fuchs dominiert ein Sprachgewirr aus Englisch und Xhosa. Auf dem Herd schmoren in einer riesigen Pfanne Bratkartoffeln und daneben schneidet der gebĂŒrtige Paderborner einen Schweinebraten auf. 1997 hat er die Pacht des Deutschen Klubs von Port Elizabeth ĂŒbernommen und kocht seitdem am Deutschlandbild der SĂŒdafrikaner. weiterlesen…

Stoff lehren, Kulturen lernen

15. Juli 2010 – 06:54

Warum Deutsche Lehrer ins Ausland gehen

Mitten in der Mathematikstunde greift Dirk Heiß zur Gitarre, die rechts neben seinem Lehrertisch steht. „Lasst uns unseren Gast erst einmal willkommen heißen“, fordert er seine 5. Klasse auf. Die Kinder sind sichtlich froh ĂŒber die Abwechslung und singen ein BegrĂŒĂŸungslied in bestem Hochdeutsch. In den Fluren und auf dem Pausenhof gliedern sich deutsche Satzfetzen aber in ein Sprachgewusel aus Englisch und Xhosa ein. Die Deutsche Schule Kapstadt ist eine Begegnungsschule. weiterlesen…

Die Fußball-Arbeiter

1. Juni 2010 – 07:14

SĂŒdafrikas Profikicker organisieren sich in ihrer eigenen Gewerkschaft

Wenn Cyril Nzama auf dem Fußballplatz steht, dann verteidigt er meist. FĂŒr einen Abwehrspieler ist das nicht ungewöhnlich. Doch Nzama verteidigt auch außerhalb des Feldes – und zwar seine eigenen Rechte. weiterlesen…

Steaks under the rainbow

6. April 2010 – 19:25

Entrepreneur Mzoli Ngcawuzele runs a restaurant in the Cape Town township of Gugulethu that is one of South Africa’s top 100 dining establishments. People of all races eat, dance and party together at this multicultural venue.

Loud kwaito music throbs from the open trunk of a car parked in front of Mzoli’s restaurant in Gugulethu. With a wave of his hand, Mzoli Ngcawuzele indicates that the owner should turn it down a bit. weiterlesen…

Apartheid-Opfer fordern EntschÀdigung

25. Januar 2010 – 19:03

Daimler und vier weitere Konzerne stehen wegen dunkler GeschĂ€fte mit SĂŒdafrika vor Gericht

“Ein Konzern hat kein moralisches Bewusstsein, Verantwortung von Konzernen existiert nicht, denn moralische Verurteilung kann nur auf natĂŒrliche Personen angewandt werden.” Wie leicht wĂ€re das Leben fĂŒr Rheinmetall, Daimler, IBM, Ford und General Motors, wenn die Opfer der Apartheid diese Sichtweise des ehemaligen sĂŒdafrikanischen Bildungsministers Kader Asmal teilen wĂŒrden. Doch die klagen vor einem US-amerikanischen Gericht auf Reparationszahlungen fĂŒr die Verbrechen, die das rassistische Apartheid-Regime ihnen zufĂŒgte. Die beklagten Konzerne hatten wĂ€hrend der Apartheid trotz Embargo mit SĂŒdafrika gehandelt und in den Augen der KlĂ€ger damit das Regime unterstĂŒtzt. weiterlesen…

Eine Diva teilt Kapstadt

22. Januar 2010 – 16:34

SĂŒdafrikas Kap-Metropole feiert ihr neues Fußballstadion, doch nicht alle tanzen mit

Am morgigen Sonnabend wird im neuen WM-Stadion in Kapstadt erstmals der Ball rollen. Zum Eröffnungs-Festival treffen die beiden Erstligisten der Stadt, Ajax und Santos FC, aufeinander. Ob diese Vereine das 500 Millionen Euro teure Stadion, das 70000 Menschen Platz bietet, auch nach der Fußball-Weltmeisterschaft noch fĂŒllen können, gilt allerdings als Ă€ußerst unwahrscheinlich. Zu weit entfernt ist die „Diva von Kapstadt“, wie die Architekten das teuerste GebĂ€ude der Stadt nennen, von den fußballfanatischen Menschen in Kapstadts Townships. weiterlesen…