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Mehr als Kosmetik

27. August 2016 – 09:24

SĂŒdafrika: Opposition stellt erstmals BĂŒrgermeister in Johannesburg. Neoliberale und Linke kooperieren gegen ANC

Das Debakel fĂŒr SĂŒdafrikas Regierungspartei African National Congress (ANC) ist perfekt. Seit Montagabend ist erstmals ein Kandidat der Oppositionspartei Democratic Alliance (DA) zum BĂŒrgermeister von Johannesburg gewĂ€hlt worden. Die grĂ¶ĂŸte Metropole des Landes war seit dem Ende der Apartheid 1994 fest in den HĂ€nden des ANC. Bei den jĂŒngsten Kommunalwahlen am 3. August erreichte die Partei aber nur noch 45 Prozent der Stimmen. Die DA, mit 38 Prozent der Stimmen zweitstĂ€rkste Kraft, konnte ihren Kandidaten Herman Mashaba nun mithilfe der Economic Freedom Fighters (EFF) ins Amt hieven. In SĂŒdafrika ist damit nach ĂŒber 20 Jahren absoluter ANC-Mehrheiten das Zeitalter der Koalitionen angebrochen – und die scheinen schon zu Beginn mehr als wackelig. weiterlesen…

Journalisten als Sicherheitsrisiko

25. August 2016 – 08:18

Nach der Wahl behandelt Sambias politische FĂŒhrung freie Medien als Bedrohung. Drei Rundfunksender wurden bereits geschlossen

Sambias Behörden setzen ihren Feldzug gegen die Pressefreiheit im Land fort. Am 22. August rĂŒckten Polizisten in Kampfmontur beim wichtigsten unabhĂ€ngigen Fernsehsender Muvi TV in der Hauptstadt Lusaka ein, schalteten die Sendeanlage ab und beschlagnahmten die GebĂ€ude. Bei den beiden Radiosendern Komboni Radio und Radio Itezhi Tezhi gingen die EinsatzkrĂ€fte Ă€hnlich vor. weiterlesen…

Der lange Weg zur Bildung

16. Juni 2016 – 11:08

Vor 40 Jahren gingen SĂŒdafrikas SchĂŒlerInnen gegen das Apartheidregime auf die Strasse. Ihr Kampf fĂŒr freie und gleiche Bildung ist auch heute noch aktuell. Eine Reportage aus Soweto

Das Foto des sterbenden Hector Pieterson, getragen von einem MitschĂŒler, ging um die Welt. Der 13jĂ€hrige wurde zum Symbol fĂŒr die BrutalitĂ€t des Apartheidregimes in SĂŒdafrika, das Wahrzeichen eines rassistischen Staates, der selbst auf Kinder schiessen liess. An jenem 16. Juni 1976 musste der Fotograf Sam Nzima seinen Film an der Polizei vorbei aus Soweto schmuggeln, nach der Veröffentlichung des Bilds wurde er jahrelang vom Geheimdienst drangsaliert. Heute, 40 Jahre spĂ€ter, steht das PortrĂ€t der dunkelsten Stunde SĂŒdafrikas in Überlebensgrösse unweit der Stelle, an der Pieterson damals getötet wurde. weiterlesen…

Wem gehört die Stadt?

3. Dezember 2014 – 12:11

SĂŒdafrika: Die Zerstörung des Kapstadter Stadtteils District Six steht symbolisch fĂŒr die Verbrechen des Apartheidregimes. Heute kĂ€mpfen die Bewohner von damals um die RĂŒckkehr in ihr Viertel – und um ihr Recht auf ein Leben im Zentrum

Verloren geht der Blick von Blanche Kensley ins Leere. Auf der Brache vor ihrer Veranda erstreckte sich einst eines der belebtesten Viertel Kapstadts: District Six. Muslime, Juden und Christen lebten hier TĂŒr an TĂŒr, Weiße, Inder, Coloureds und Schwarze. So jedenfalls klassifizierte das rassistische Apartheidregime die Menschen – in absteigender Wertigkeit. Die Kensleys hatten die Behörden der dritte Gruppe zugeschlagen, den »Farbigen« oder »Gemischtrassigen«. Derlei Abstempeln und Schubladendenken waren essentielle Bestandteile des ultrarechten Systems. Ein solches Arbeiterviertel, wie es in Kapstadt unweit des Hafens am langsam steiler werdenden Nordhang des Tafelbergs gewachsen war, stand nicht nur der politischen Ideologie der Regierung in Pretoria im Wege, sondern auch dem auf der Ausbeutung der UnterdrĂŒckten basierten Wirtschaftsmodell des Apartheidstaats. Deshalb rollten im District Six ab 1968 die Bulldozer an. weiterlesen…

GefÀhrlicher Polit-Poker

1. Dezember 2012 – 06:57

Farmarbeiter-Streik in SĂŒdafrika droht zu eskalieren. ANC ignoriert Arbeiterforderungen, Provinz-Premier will militĂ€rische Lösung.

Der Verrat hĂ€tte unverhohlener kaum kommen können. Vor zwei Wochen hatte SĂŒdafrikas Landwirtschaftsministerin Tina Joemat-Pettersson zigtausende streikende Farmarbeiter in der Provinz Westkap mit solidarischen Phrasen und dem Versprechen höherer Mindestlöhne zurĂŒck auf die Felder gedrĂ€ngt. Nun stellt ihre fĂŒr das Arbeitsressort zustĂ€ndige Kabinettskollegin Mildred Oliphant kĂŒhl und nĂŒchtern fest, dass eine Neuverhandlung der Lohnuntergrenze gar nicht möglich sei – weil ihr Ministerium den aktuellen Mindestsatz von 69,39 Rand (6,09 Euro) pro Tag erst im MĂ€rz dieses Jahres abgesegnet habe. weiterlesen…

Wie geschmiert

28. November 2012 – 06:50

Nigeria: Untersuchungskommission wirft Ölkonzernen Unterschlagung und Betrug vor

Ob es gut war, dass der Bericht der staatlichen Untersuchungskommission zu UnregelmĂ€ĂŸigkeiten in der Öl-Industrie nun bereits vor seiner offiziellen Vorstellung durch eine undichte Stelle ans Licht der Öffentlichkeit kam, darĂŒber streiten sich die politischen Kommentatoren in Nigeria dieser Tage. Damit sei die IntegritĂ€t des Reports dahin, klagen die einen. Sonst hĂ€tte die Regierung die Ergebnisse manipuliert, befĂŒrworten andere die frĂŒhzeitige Lancierung. In Nigeria ist das eine reale BefĂŒrchtung. Erst im September hatte eine Parlamentskommission ihre Ergebnisse zu 87 Firmen unter Verschluss gestellt, denen Betrug im Zusammenhang mit Treibstoff-Subventionen vorgeworfen wird. weiterlesen…

Nebelbomben, Platin und Diamanten

26. November 2012 – 06:46

Das Ringen um Simbabwes Verfassung wird zur Endlos-Farce, doch der Verteilungskampf um die Ressourcen des Landes hat lÀngst begonnen

So richtig zufrieden ist in Simbabwe eigentlich niemand mit dem neuen Verfassungsentwurf. ZANU-PF, die Partei von PrĂ€sident Robert Mugabe, brachte kurz vor einem möglichen Referendum ganze 266 neue ÄnderungswĂŒnsche an. Morgen Tsvangirai, der ehemalige OppositionsfĂŒhrer der nach ihm benannten MDC-T, der seit den letzten Wahlen Premierminister der Regierung der nationalen Einheit ist, nennt den Entwurf immerhin „das bestmögliche Dokument“. Doch seine UnterstĂŒtzer lassen oft genug durchblicken, dass Simbabwes mögliche neue Verfassung in ihrer jetzigen Form zwar besser als die alte, aber eben doch nur ein Kompromiss sei. weiterlesen…

Die Ruhe vor dem nÀchsten Sturm

22. November 2012 – 06:35

SĂŒdafrikas Bergleute und Farmarbeiter haben ihre Streiks beendet – doch das nĂ€chste Ultimatum lĂ€uft bereits

Dass SĂŒdafrikas Gewerkschaftsbund COSATU auf den Farmen des Landes wenig Einfluss hat, ist ein altbekanntest Übel – und mit der gewerkschaftsfeindlichen Haltung der Farmer sowie der prekĂ€ren Lage der entrechteten Arbeiter leicht erklĂ€rbar. Als die nun fĂŒr gut zwei Wochen gegen ihre sklavenĂ€hnlichen Arbeitsbedingungen und Löhne aufstanden, hofften auch die Gewerkschaften auf bessere Zeiten. TatsĂ€chlich nahmen die Farmarbeiter die ausgestreckte Hand an und lauschten den scheinbar fĂŒr sie verhandelnden FunktionĂ€ren. Am Donnerstag vergangener Woche endete die frische Beziehung. weiterlesen…

SĂŒdafrikas Polizei schießt wieder

16. November 2012 – 06:56

Farmarbeiter stirbt bei Streiks im Westkap, Provinz-Premier will Armee einsetzen

Es war ein Satz, ausgesprochen im Eifer eines per Telefon zugeschalteten Fernseh-Interviews, der die ganze Tragik der Streikwelle in SĂŒdafrika zusammenfasste. Als Helen Zille, Premierministerin der Provinz Westkap, gefragt wurde, wie es zu den tödlichen Polizei-SchĂŒssen auf einen 28-jĂ€hrigen Farmarbeiter am Mittwochmorgen gekommen sei, wollte sie den Vorfall zunĂ€chst gar nicht kommentieren. „Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass nur eine Person gestorben ist“, schob die fĂŒhrende Politikerin der Democratic Alliance (DA) dann nach. weiterlesen…

Machtkampf im ANC

15. November 2012 – 06:53

Von fliegenden FĂ€usten und wĂ€hlenden Geistern: SĂŒdafrikas PrĂ€sident kĂ€mpft mit allen Mitteln um den Vorsitz seiner Partei

Es sind empfindliche Niederlagen, die Jacob Zuma dieser Tage hinnehmen muss. SĂŒdafrikas StaatsprĂ€sident kĂ€mpft um seinen Verbleib an der Spitze des regierenden African National Congress (ANC), doch vor dem Wahlparteitag im Dezember regt sich Widerstand. Etliche wichtige OrtsverbĂ€nde des ANC haben sich bereits auf VizeprĂ€sident Kgalema Motlanthe als Gegenkandidat festgelegt. Der 63-JĂ€hrige, der bereits als InterimsprĂ€sident nach der Entlassung von Zuma’s Erzfeind Thabo Mbeki das Land fĂŒhrte, gilt als moralische Gegeninstanz zum skandalumwitterten Zuma. weiterlesen…

Simbabwe soll wÀhlen

5. November 2012 – 06:48

Kommission kommt Einigung ĂŒber neue Verfassung nĂ€her/ Mugabe kĂŒndigt Urnengang im MĂ€rz 2013 an

„Unser Hauptziel bleibt, die nĂ€chsten Wahlen im MĂ€rz 2013 unter einer neuen Verfassung abzuhalten“, ließ Simbabwes PrĂ€sident Robert Mugabe das Parlament des Landes in der vergangenen Woche wissen. Besonders die explizite ErwĂ€hnung des neuen Gesetzrahmens sorgte bei Analysten und Parlamentariern gleichermaßen fĂŒr hochgezogene Augenbrauen. Bisher hatte Mugabe stets angekĂŒndigt, notfalls auch auf Basis des alten UnabhĂ€ngigkeitsvertrags abstimmen zu lassen, der seit seiner Unterzeichnung 1979 als Grundgesetz dient. weiterlesen…

Nach dem Ausverkauf ist vor dem Aus

30. Oktober 2012 – 06:46

SĂŒdafrikas Bergarbeitergewerkschaft NUM hat das Vertrauen ihrer ungeschĂŒtzt streikenden Mitglieder verloren

FĂŒr die konservative, wirtschaftsnahe Tageszeitung war es die “ethische Sache, die getan werden musste“, das fĂŒr seine analytischen Hintergrundgeschichten angesehene, liberale Online-Magazin Daily Maverick sah dagegen „den wahren Betrug“. SĂŒdafrika streitet ĂŒber Cyril Ramaphosa, 1982 GrĂŒndungsgeneralsekretĂ€r der National Union of Mineworks (NUM), 2012 Mitglied des Nationalen Exekutivkomitees des regierenden African National Congress (ANC) und gleichzeitig nicht-exekutives Aufsichtsratsmitglied des weltweit drittgrĂ¶ĂŸten Platin-Produzenten Lonmin. Ramaphosa, das wurde in der vergangenen Woche vor der Untersuchungskommission fĂŒr das Massaker an der Marikana-Mine Lonmins öffentlich, hat seine politischen Kontakte ausgiebig genutzt, um bei Regierung, ANC und PolizeifĂŒhrung ein „hartes Durchgreifen“ gegen die Streikenden zu erreichen. weiterlesen…

Showdown in Rustenburg

26. Oktober 2012 – 06:41

SĂŒdafrikas Gewerkschaftsbund will Einfluss zurĂŒckgewinnen, doch das Vertrauen der streikenden Bergarbeiter ist weg

Der Angriff blieb nicht in ohne Folgen. Als Zwelinzima Vavi, GeneralsekretĂ€r des sĂŒdafrikanischen Gewerkschaftsbundes COSATU, gemeinsam mit einigen Offiziellen der Bergbaugewerkschaft National Union of Mineworkers (NUM) am vergangenen Freitag zu streikenden Bergarbeitern einer Goldmine bei Orkney, sĂŒdwestlich von Johannesburg, sprechen wollten, flogen Steine. FĂŒr den korrupten, langen Arm der Konzerne halten die Kumpel die Bergbaugewerkschaft und ihre aufgestaute Wut traf nun auch den bisher recht populĂ€ren GeneralsekretĂ€r der Muttergewerkschaft. „Wir sind ok, das Auto wurde nicht beschĂ€digt“, ließ sich ein NUM-Koordinator nach der Attacke durch „diese Hooligans“ seltsam zitieren. Vavi war dennoch schwer getroffen von der offenen Feindseligkeit. weiterlesen…

Jeder außer Zuma

24. Oktober 2012 – 06:37

Im sĂŒdafrikanischen ANC formiert sich Widerstand gegen den amtierenden PrĂ€sidenten

In knapp drei Wochen beginnt offiziell die Nominierungsphase vor den internen Wahlen im African National Congress (ANC). Der Machtkampf in der einstigen Befreiungsfront und heutigen Regierungspartei SĂŒdafrikas nimmt dabei immer mehr an Fahrt auf, bei konstanten Wahlergebnissen von ĂŒber 60 Prozent fĂŒr den ANC, geht es auf dem alle fĂŒnf Jahre stattfindenden Wahlparteitag im Dezember schließlich auch um den neuen StaatsprĂ€sidenten. weiterlesen…

Leere Worte von Zuma

20. Oktober 2012 – 06:33

SĂŒdafrikas PrĂ€sident will eskalierende Bergarbeiter-Streiks beenden. Ein Konzept hat er nicht.

Nach langer – und immer stĂ€rker kritisierter – Funkstille hat sich SĂŒdafrikas PrĂ€sident am Mittwoch erstmals wieder in die weitreichenden Bergarbeiterstreiks in seinem rohstoffreichen Land eingemischt. Seit Mitte August erschĂŒttern heftige ungeschĂŒtzte Streiks die sĂŒdafrikanische Bergbaubranche, zehntausende Kumpel protestieren fĂŒr höhere Löhne sowie bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Inzwischen sind ĂŒber 50 Menschen den Auseinandersetzungen zum Opfer gefallen, die meisten davon Bergarbeiter, erschossen von der Polizei. Zuma, der sich mitten im Machtkampf um seine Wiederwahl an der Spitze des regierenden ANC befindet, forderte die Bergarbeiter nun mit vagen Versprechen auf, in die SchĂ€chte zurĂŒckzukehren. weiterlesen…

Malemas Landreform

18. Oktober 2012 – 06:32

SĂŒdafrika: Geschasster ANC-Jugendliga-PrĂ€sident kĂ€mpft mit blutiger Rhetorik fĂŒr sein MĂ€rtyrer-Image

“Wir haben keine Angst, Blut zu sehen, solange dieses Blut uns das bringt, was  uns gehört,“, ließ SĂŒdafrikas ehemaliger ANC-Jugendliga-PrĂ€sident Julius Malema am Wochenende in Simbabwes Hauptstadt Harare eine Versammlung der Jugendliga der dort regierenden ZANU-PF wissen. Malema redete ĂŒber seine zwei Lieblingsthemen: die Enteignung weißer Farmer und die Verstaatlichung des Bergbaus. Neu ist dabei höchstens die SchĂ€rfe der sĂ€belrasselnden Rhetorik, doch die Wiederholung ist wichtig und der Zeitpunkt wohl gewĂ€hlt. weiterlesen…

Das Ende der Zweiklassenmedizin

13. Oktober 2012 – 19:06

SĂŒdafrika plant ein einheitliches Gesundheitswesen, das allen Menschen gleich dienen und alte Barrieren durchbrechen soll. Doch die Herausforderungen fĂŒr den heruntergekommenen staatlichen Sektor sind enorm.

„Die Idee ist, den privaten und den öffentlichen Sektor zusammenzubringen, damit ein Arzt jeden gleich behandelt“, umreißt Wilmari Honey die geplante Gesundheitsreform in SĂŒdafrika. Sie sagt das, wie jemand von einer besonderen Vision schwĂ€rmt. Der Gleichheitsgedanke klingt aus ihrem Mund wie ein schöner Traum, ein hehres, aber doch fernes Ziel. weiterlesen…

Streiks an sĂŒdafrikanischen Minen weiten sich aus

8. Oktober 2012 – 19:38

Erneut Tote bei ArbeitskÀmpfen/ Platin-Konzern reagiert mit Massenentlassungen

SĂŒdafrikas Bergbau-Industrie kommt nicht zur Ruhe. Auch knapp zwei Monate nach Beginn des spĂ€ter von der Polizei niedergeschossenen Streiks an der Lonmin-Platinmine Marikana, der insgesamt 46 Menschen das Leben kostete, protestieren in den Bergbau-Zentren des Landes immer mehr Menschen fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen, menschenwĂŒrdige UnterkĂŒnfte und höhere Löhne. weiterlesen…

Kein Frieden in Sicht

10. September 2012 – 11:43

Im Konflikt an der sĂŒdafrikanischen Marikana-Mine schließen Konzern und Bergbaugewerkschaft einen Friedensvertrag ab – die streikenden Kumpel unterzeichnen aber nicht.

Zumindest die Börse hat der Friedensvertrag von Marikana am Donnerstag ĂŒberzeugt. Um sechs Prozent stiegen die Aktien des Minen-Betreibers Lonmin, dem drittgrĂ¶ĂŸten Platinproduzenten der Welt, noch am gleichen Tag. Nach mehr als einwöchigen Verhandlungen einigten sich die NUM, SĂŒdafrikas grĂ¶ĂŸte Bergarbeitergewerkschaft und die kleinere Solidarity, zu Apartheid-Zeiten Gewerkschaft der Weißen, mit dem Bergwerk-Betreiber auf eine Wiederaufnahme der Arbeit und völligen Gewaltverzicht. „Dies ist der erste Schritt in die richtige Richtung“, sagte Lonmin-Sprecherin Sue Vey und fĂŒgte offenbarend an: „Wir hoffen, dass die Arbeiter auch bald unterzeichnen.“ weiterlesen…

RĂŒckschritt in dunkle Zeiten

4. September 2012 – 11:44

SĂŒdafrika: Nach dem Massaker von Marikana offenbaren sich die Spaltungen zwischen Elite und Arbeiterklasse immer stĂ€rker

Es klingt wie eine Groteske, doch fĂŒr hunderte Bergarbeiter ist sie bitterer Ernst: Weil die Polizei vor zwei Wochen im Rahmen des Streiks an der Platinmine Marikana 34 Demonstranten erschossen hatte, erhob die sĂŒdafrikanische Staatsanwaltschaft am Donnerstag Mordanklage gegen 270 Überlebende des Massakers, von denen etliche sogar direkt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus verhaftet worden waren. weiterlesen…

Das Ende des Friedens

28. August 2012 – 11:15

GelĂ€hmt vom Machtkampf in der Regierungsallianz verliert die sĂŒdafrikanische Bergarbeitergewerkschaft NUM den Kontakt zur eigenen Basis – und steht der Explosion der sozialen Bombe im Land ratlos gegenĂŒber

„Guten Abend, SĂŒdafrika, stellen Sie Ihre Uhren um 30 Jahre zurĂŒck“: Der Karikaturist Jonathan Shapiro traf die Stimmung erneut punktgenau mit seiner Zeichnung einer Nachrichtensprecherin, die eine TrĂ€ne ĂŒber ihre Wange kullernd vor einem schwarzen Bildschirm steht. Die brutalen Szenen, die sich am vergangenen Donnerstag nahe der Marikana Platin-Mine abspielten, als dutzende Polizisten gleichzeitig aus halbautomatischen Gewehren auf streikende Bergleute feuerten, konnte eigentlich nur an die menschenverachtenden EinsĂ€tze der Apartheid-Truppen erinnern. weiterlesen…

SĂŒdafrikas verratene Generation

27. August 2012 – 13:21

Weil BĂŒcher unbenutzt im Altpapier landen und die Bildungsministerin sich vor Gericht gegen Mindeststandards wehrt, lebt die Apartheid an den Schulen der Kap-Republik weiter

Es war nur eine Kurznachricht, doch sie offenbarte den Zustand des sĂŒdafrikanischen Bildungssystems allzu bildhaft: Weil er „mit einem leeren Wagen zum Lager zurĂŒckkehren musste“, habe ein Mitarbeiter der Bildungsbehörde tausende SchulbĂŒcher auf einer MĂŒllhalde abgeladen, berichtete der Direktor des Bildungsministeriums vor dem KapstĂ€dter Parlament. weiterlesen…

Gewehre gegen Speere

20. August 2012 – 11:08

SĂŒdafrikas Polizei erschießt 34 streikende Bergleute/ Regierung reagiert mit verordneter Trauer

„Afrikanische Leben so billig wie immer“ – die vor allem bei Schwarzen populĂ€re Tageszeitung „Sowetan“ versuchte am Freitag mit einem provokanten Aufmacher den Schock des Vortages zu verarbeiten. Anlass war der seit Ende der Apartheid 1994 blutigste Streik SĂŒdafrikas, bei dem allein am Donnerstag an der Marikana Platin-Mine, rund 80 Kilometer westlich der Hauptstadt Pretoria 34 Bergleute im Kugelhagel der Polizei starben. weiterlesen…

SĂŒdafrikas soziale Zeitbombe explodiert im Kugelhagel der Polizei

18. August 2012 – 10:38

Insgesamt 35 Tote bei Streik in Platinmine/ Bergarbeitergewerkschaft hilflos und in politischen MachtkÀmpfen verstrickt

Das Gefecht dauerte nur drei Minuten und es hĂ€tte ungleicher kaum sein können. Einer von tausenden streikenden Bergarbeitern der Marikana Platin-Mine in der sĂŒdafrikanischen Provinz North West, die sich mit Macheten, Speeren und Stöcken bewaffnet auf einem HĂŒgel nahe des Bergwerks versammelt hatten, soll am Donnerstagnachmittag nach unbestĂ€tigten Presseberichten eine Flinte gezogen haben. Sie sei zuerst beschossen worden, sagt auch die Polizei, deren schwer bewaffnete Einheiten schließlich scharfe Munition feuerten. Als sich Feuerrauch und Staub gelegt hatten, zĂ€hlte ein Reporter der sĂŒdafrikanischen Nachrichtenagentur SAPA die leblos am Boden liegenden Körper der Kumpel. weiterlesen…

Afrikas Emanzipation

20. Juli 2012 – 11:00

Die SĂŒdafrikanerin Nkosazana Dlamini-Zuma will als neue AU-Kommissionsvorsitzende die Selbstbestimmung des Kontinents stĂ€rken

Mit Nkosazana Dlamini-Zuma hat die Afrikanische Union (AU) am Sonntag erstmalig eine Frau in das höchste Amt der Organisation gewĂ€hlt. Verstanden werden darf das zwar sicherlich auch als StĂ€rkung der Frauen zwischen Kairo, Kinshasa und Kapstadt. Doch die eigentliche Emanzipation, auf die die ehemalige Anti-Apartheid-Aktivistin, Ärztin und derzeitige sĂŒdafrikanische Innenministerin hoffen lĂ€sst, ist eine andere. weiterlesen…

GlĂŒckwĂŒnsche fĂŒr Mandela

18. Juli 2012 – 10:53

Die SĂŒdafrikaner wĂŒnschen ihrem Freiheitshelden ein langes Leben und sich selbst ein besseres Gesundheitssystem

Wenn Millionen SĂŒdafrikaner heute Morgen um 8 Uhr in einer landesweiten Aktion „Happy Birthday Madiba“ singen, dann ist das GeburtstagsstĂ€ndchen nicht nur ein lautstarker Liebesbeweis an ihren Freiheitshelden sondern auch der Wunsch nach moralischem Halt. weiterlesen…

Teurer Regenbogen

30. Juni 2012 – 11:47

An SĂŒdafrikas Schulen lebt die Apartheid weiter, gute Bildung gibt es nur fĂŒr Reiche

Ihre wichtigsten Gedenktage begehen die SĂŒdafrikaner seit ein paar Jahren gleich den ganzen Monat ĂŒber. Der Frauentag ist solch ein Anlass, weil er an den Protestmarsch tausender Demonstrantinnen auf den Sitz der Apartheid-Regierung erinnert, im August 1956 mutiger Ausdruck des Kampfes gegen die erniedrigenden Passgesetze. Der Juni ist der Jugend gewidmet, die am 16. Juni 1976 wĂ€hrend des SchĂŒleraufstands von Soweto gegen die EinfĂŒhrung von Afrikaans als Unterrichtsmedium demonstrierte und dabei nicht nur die Sprache der weißen UnterdrĂŒcker sondern im Kern die UnterdrĂŒckung selbst bekĂ€mpfte. weiterlesen…

Terror der politischen Klasse

26. Juni 2012 – 10:34

AnschlÀge in Nigeria nehmen zu/ USA drohen mit Drohnen

Die Nachrichten aus Nigeria Ă€hneln sich seit Monaten: BombenanschlĂ€ge auf Kirchen, Nachtclubs oder Polizeieinrichtungen, mordende Jugend-Mobs auf Rachefeldzug und eine Regierung, die immer machtloser erscheint. weiterlesen…

Sensible Erpresser

15. Mai 2012 – 10:23

Internationaler WÀhrungsfonds (IWF) gewÀhrt Malawi nach WÀhrungsabwertung und Finanzmarktöffnung wieder Kredite

„Es ist wichtig zu unterstreichen, dass dies keine Maßnahme ist, die uns von außen vom IWF aufgezwungen wurde“, versuchte Malawis Finanzminister Ken Lipenga das Offensichtliche in einem Interview zu dementieren. weiterlesen…

Nigeria versinkt in Gewalt

8. Mai 2012 – 10:19

PrĂ€sident Goodluck Jonathan wirkt gegen TerroranschlĂ€ge hilflos – und ist Teil des Problems

In der Hauptstadt Abuja fuhr der SelbstmordattentĂ€ter seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen am Donnerstag vor einer Woche direkt bis in die Rezeption der Zeitung „This Day“, drei Tage spĂ€ter explodierten wĂ€hrend der Sonntagsmesse auf dem UniversitĂ€tsgelĂ€nde der nordnigerianischen Stadt Kano Bomben mehrere Bomben, in der Stadt Maiduguri im Nordosten des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas eröffneten bewaffnete AttentĂ€ter in einer Kirche ihr tödliches Gewehrfeuer. Die Auflistung ist nicht vollstĂ€ndig, sie wird beinahe tĂ€glich durch neue Terrorakte erweitert. weiterlesen…

Über die Autobahn zum Leiharbeitsverbot

3. Mai 2012 – 10:27

SĂŒdafrika: Gewerkschaftsbund stoppt Straßenprivatisierung und festigt Machtposition

Nach dem kurzfristig anberaumtem Treffen von fĂŒhrenden Vertretern des Gewerkschaftsbundes COSATU und der Regierungspartei African National Congress (ANC) dauerte es am vergangenen Donnerstag nur wenige Stunden, bis das sĂŒdafrikanische Verkehrsministerium die von der Arbeiterbewegung gewĂŒnschte Nachricht verkĂŒndete. Die EinfĂŒhrung eines Maut-Systems auf wesentlichen Verkehrsadern der Hauptstadtprovinz Gauteng wird um einen Monat verschoben. Der ANC, der mit dem BĂŒndnispartner COSATU gestern bei 15 großen Mai-Kundgebungen den „Beitrag der Arbeiter im Befreiungskampf“ feierte, kaufte sich damit einen ruhigen Tag der Arbeit. weiterlesen…

Harte Linie gegen Malema

26. April 2012 – 10:21

SĂŒdafrikanischer ANC schließt Jugendliga-PrĂ€sident endgĂŒltig aus/ Inhaltliche Debatte unterdrĂŒckt

Julius Malema muss seine Mitgliedskarte des African National Congress (ANC) abgeben, das verkĂŒndete am Dienstagabend die Berufungskommission des Disziplinarkomitees der sĂŒdafrikanischen Regierungspartei. Wirklich ĂŒberraschend kam der Parteiausschluss des Jugendliga-PrĂ€sidenten nicht, zu mĂ€chtig schien zuletzt die Position des Staats- und ParteiprĂ€sidenten Jacob Zuma, den Malema öffentlich angegriffen hatte. Malemas einstige UnterstĂŒtzer verstummten oder wandten sich gar gegen ihn, auch in der Jugendliga selbst offenbarten sich trotz einer trotzigen Pro-Malema-Resolution nach der vergangenen Vorstandssitzung vor zwei Wochen deutliche Risse. weiterlesen…

Geburtstag im Zeichen des Machtkampfes

11. April 2012 – 10:00

Vom FreiheitskĂ€mpfer zum autoritĂ€ren ParteifĂŒhrer: SĂŒdafrikas PrĂ€sident Jacob Zuma wird 70

Wenn SĂŒdafrikas PrĂ€sident Jacob Zuma am morgigen Donnerstag seinen 70. Geburtstag feiert, darf er auf ein besonderes Geschenk der Disziplinarkommission seiner Partei, dem African National Congress (ANC), hoffen. Die entscheidet am gleichen Tag als letzte Parteiinstanz ĂŒber den Berufungsantrag des suspendierten ANC-Jugendliga-PrĂ€sidenten Julius Malema. Der radikale Jung-Politiker hatte SĂŒdafrikas Regierung mit einer offenen Aufforderung zum Regierungsumsturz im Nachbarland Botsuana in diplomatische Schwierigkeiten gebracht, einen Machtwechsel in der eigenen Partei gefordert, Zuma zuletzt sogar persönlich lĂ€cherlich gemacht und ihm zudem vorgeworfen „Demokratie durch Diktatur ersetzt“ zu haben. Das ist ĂŒberzogen, doch Zumas Regierungsstil und Machtsicherungsstrategien in parteiinternen GrabenkĂ€mpfen werden in der Tat immer autoritĂ€rer. Der Lenker der grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft Afrikas agiert wie ein Parteisoldat, der es an die Spitze geschafft hat. weiterlesen…

„Wir essen keine GebĂ€ude“

7. April 2012 – 19:13

Neue Straßennamen statt wirklichem Wandel: 22 Jahre nach der UnabhĂ€ngigkeit fĂŒhlen sich die meisten Namibier noch immer nicht frei. Ein Ortsbesuch in der Hauptstadt.

MajestĂ€tisch thront die Christuskirche ĂŒber Windhuk. Die grob geschlagenen Steine im sandfarbenen Mauerwerk strahlen in der Mittagssonne Historie aus, die rund geschwungenen Fenster – das ĂŒber dem Altar ist eine Spende von Kaiser Wilhelm II. – traditionelle Eleganz. Der Schein trĂŒgt nicht, seit den Tagen, als in der jungen Kolonial-Hauptstadt noch Pferdekutschen und Ochsenkarren ĂŒber die unbefestigten Schotterpisten holperten, ist die 1910 fertiggestellte Kirche Wahrzeichen der Stadt. Daran Ă€ndert auch die Tatsache nichts, dass es inzwischen höhere GebĂ€ude in der Stadt gibt. Eines steht mit dem neuen Nationalmuseum, einem hĂ€sslich verspiegeltem Klotz nordkoreanischer Baukunst, direkt nebenan – dort wo die deutsche Schutztruppe im Zuge des Völkermords einst die unterworfenen Herero in ein staubiges Konzentrationslager pferchte. Beim Bau sollen die Arbeiter hartnĂ€ckigen Windhuker GerĂŒchten zufolge auf menschliche Gebeine gestoßen sein, die Regierung hielt die Sache jedoch unter Verschluss. Geschichte wird nicht aufgewĂŒhlt in Namibia. weiterlesen…

Hoffnung auf Dialog

24. MĂ€rz 2012 – 10:09

Herero und Nama fordern weiter Entschuldigung und EntschĂ€digung fĂŒr Völkermord/ Diplomatische Fehltritte erzĂŒrnen namibische Regierung

Festus Muundjua schreitet den Bauzaun ab, der den fertigen, aber noch nicht eröffneten Neubau des Staatsmuseums von der Robert Mugabe Avenue trennt. „Beim Bau des Museums haben die Arbeiter dort Knochen gefunden“, erzĂ€hlt der 75-jĂ€hrige Historiker, Spuren des Konzentrationslagers, in das die deutschen Truppen wĂ€hrend des Völkermordes an den Nama und Herero zwischen 1904 und 1908 ihre Gefangenen pferchten. Direkt gegenĂŒber bauten die Deutschen ab 1907 in Sichtweite ihre Christuskirche, noch immer das Wahrzeichen der Stadt. Einzig das koloniale Reiterdenkmal musste fĂŒr den protzig-ĂŒberdimensionierten Museumsneubau seinen Platz ĂŒber den Gebeinen der Ermordeten rĂ€umen und steht jetzt hundert Meter sĂŒdlich. Muundjua möchte wissen, was darauf geschrieben steht, keine angenehme Aufgabe fĂŒr einen deutschen Journalisten. weiterlesen…

Böses Blut im ANC

2. MĂ€rz 2012 – 12:46

SĂŒdafrikas Regierungspartei schließt Jugendligachef Malema aus

Die Disziplinarkommission des African National Congress (ANC) hat den rebellierenden Chef der ANC-Jugendliga, Julius Malema, am Mittwoch abend endgĂŒltig aus der Partei ausgeschlossen. Damit verschĂ€rfte die Kommission die ursprĂŒngliche Strafe gegen den mĂ€chtigen Jungpolitiker, dem vorgeworfen wird, die Partei mit Kritik an PrĂ€sident Jacob Zuma gespalten und zudem mit Forderungen nach einem Regimewechsel im Nachbarland Botsuana in Verruf gebracht zu haben. weiterlesen…

Jagd auf Mandela

1. MĂ€rz 2012 – 09:47

SĂŒdafrikas Regierung grĂŒndet Taskforce fĂŒr wĂŒrdevolleren Umgang mit fragilem NobelpreistrĂ€ger

Eine Taskforce aus internationalen und einheimischen Medienvertretern sowie Offiziellen der SĂŒdafrikanischen Regierung soll kĂŒnftig den Informationsfluss ĂŒber Gesundheitsbelange Nelson Mandelas steuern. Darauf einigten sich Medien- und RegierungsreprĂ€sentanten am Montag bei einem Treffen in der Hauptstadt Pretoria. Der 93-jĂ€hrige Mandela war in der vergangenen Woche fĂŒr eine Bauchspiegelung in ein Krankenhaus eingeliefert worden – und hatte mit der Routine-Untersuchung ein weltweites Medienecho ausgelöst. Dass sich das kĂŒnftig Ă€ndert, bleibt aber unwahrscheinlich, denn wĂ€hrend der FriedensnobelpreistrĂ€ger sich nach seiner Entlassung am Sonntag bester Gesundheit erfreuen soll, planen internationale Medien bereits seit Jahren die Berichterstattung von seiner Beerdigung. weiterlesen…

Geteilt und beherrscht

16. Februar 2012 – 11:57

Afrikanische Union plant Freihandelszone bis 2017, scheitert aber an der Wahl des Vorsitzenden

Die Afrikanische Union schafft es nicht, einen neuen Vorsitzenden zu wĂ€hlen. Nun soll bis zur nĂ€chsten Tagung der AU im Juni eine Lösung gefunden werden. Die 15 Mitgliedsstaaten der Entwicklungsgemeinschaft des sĂŒdlichen Afrikas (SADC), deren Vertreter sich am vergangenen Wochenende in Kapstadt trafen, favorisieren die SĂŒdafrikanerin Nkosazana Dlamini-Zuma. weiterlesen…

SĂŒdafrika setzt auf starken Staat

10. Februar 2012 – 11:31

PrÀsident Zuma will Infrastruktur ausbauen, muss aber gleichzeitig vor Korruptionsverfahren bangen

Großangelegte staatliche Infrastrukturprojekte sollen SĂŒdafrika in den kommenden Jahren wirtschaftlich voranbringen und die hohe Arbeitslosigkeit im Land bekĂ€mpfen. weiterlesen…

»Diebstahl am hellichten Tag«

30. Januar 2012 – 12:28

SĂŒdafrikas Gewerkschaftsbund COSATU aktiv gegen Korruption

Nach monatelanger Planung hat der sĂŒdafrikanische Gewerkschaftsbund COSATU am Donnerstag die GrĂŒndung einer Anti-Korruptions-Organisation bekanntgegeben. »Corruption Watch« soll BestechungsfĂ€lle vor allem in der Regierung und öffentlichen Einrichtungen aufdecken und anzeigen. Hauptadressaten der unabhĂ€ngigen Institution dĂŒrften damit Politiker in den Reihen des regierenden African National Congress (ANC) sein, mit dem COSATU in einer Regierungsallianz verbunden ist. weiterlesen…

Alte Allianzen, neues Selbstbewusstsein

12. Januar 2012 – 22:03

Zu Beginn seiner UN-SicherheitsratsprĂ€sidentschaft unterzeichnet SĂŒdafrika MilitĂ€r-Abkommen mit Kuba

Offiziell bringt die sĂŒdafrikanische Regierung die beiden sĂ€uberlichen getrennten Meldungen nicht in Zusammenhang: WĂ€hrend StaatsprĂ€sident Jacob Zuma am Dienstag in New York eintraf, wo SĂŒdafrika turnusmĂ€ĂŸig im Januar den Vorsitz des Weltsicherheitsrates ĂŒbernimmt, unterzeichnete Verteidigungsministerin Lindiwe Sisulu am gleichen Tag in der Hauptstadt Pretoria ein Abkommen zur militĂ€rischen Kooperation mit Kuba. weiterlesen…

Nigeria steht still

11. Januar 2012 – 17:55

Generalstreik gegen Abschaffung von Treibstoff-Subventionen legt Öl-Förderland lahm/ Drei Tote bei Protesten

Nichts geht mehr in Nigeria. Seit Montagmorgen sind die GeschĂ€fte, MĂ€rkte, Tankstellen, Banken, öffentlichen Einrichtungen und Schulen in den großen StĂ€dten des mit 160 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Landes Afrikas geschlossen, das öffentliche Leben liegt lahm. weiterlesen…

Kommentar: Dem ANC fehlt die moralische GrĂ¶ĂŸe seiner Helden

9. Januar 2012 – 20:04

SĂŒdafrikas African National Congress hat allen Grund seinen 100. Geburtstag ausgiebig zu feiern. Die heutige Regierungspartei und politische Heimat Nelson Mandelas hat einstmals zersplitterte schwarze Ethnien in einer Befreiungsfront zusammengebracht und gegen ein militĂ€risch ĂŒbermĂ€chtiges, menschenverachtendes Regime die Freiheit erzwungen. weiterlesen…

„Es geht um Macht und Geld“

7. Januar 2012 – 19:52

Die Konflikte im ANC beruhen nicht auf Ideologien, die Linke des Landes liegt am Boden. Ein GesprĂ€ch mit Dale McKinley weiterlesen…

TrĂŒgerische Festtagsstimmung beim ANC

7. Januar 2012 – 19:06

Die einstige sĂŒdafrikanische Befreiungsbewegung feiert ihr 100-jĂ€hriges Bestehen mit einem pompösen Festakt – doch hinter den Kulissen erschĂŒttert ein schwerer Machtkampf die Partei

Wenn der African National Congress, Afrikas Ă€lteste Befreiungsbewegung, am morgigen Sonntag seinen 100. Geburtstag feiert, dann kehren die Partei-Schwergewichte zurĂŒck in die kleine Kirche in Waaihoek, einem Township von Bloemfontein (heute Teil des Metropolgebiets Mangaung), wo eine Gruppe schwarzer Intellektueller am 8. Januar 1912 den Grundstein fĂŒr die Partei legte. weiterlesen…

Malemas Comeback

22. Dezember 2011 – 07:51

SĂŒdafrika: ANC-Jugendliga-Chef legt Berufung gegen Parteiauschluss ein und fordert Zuma zum Machtkampf

Julius Malemas AnkĂŒndigung glich einer Groteske: Der Vorsitzende der Jugendliga des African National Congress (ANCYL) war in einem Disziplinarverfahren Mitte November aus der Partei ausgeschlossen worden und hatte ursprĂŒnglich einen harten Machtkampf angekĂŒndigt, eh er nur zwei Wochen spĂ€ter scheinbar die totale Kehrtwende vollzog. Ausgerechnet der Sunday Times, SĂŒdafrikas fĂŒhrender Wochenzeitung, die ihn immer wieder mit Korruptionsskandalen und Berichten ĂŒber Luxuspartys bloßgestellt hatte, gab der einflußreiche Jungpolitiker ein Interview, in dem er sich selbst als »politisch erledigt« darstellte und erklĂ€rte, sein Geld kĂŒnftig als ViehzĂŒchter verdienen zu wollen. »Ich habe jetzt 20 KĂŒhe. Wir werden sie zĂŒchten, zum Schlachthof bringen und das Fleisch verkaufen«, erlĂ€uterte Malema, auch wenn ihm nur wenige glaubten. Am Dienstag feierte er nun sein politisches Comeback – Köpfe will er allerdings immer noch rollen sehen. weiterlesen…

Die vergessenen FreiheitskÀmpfer vom Tafelberg

16. Dezember 2011 – 05:41

Vor 50 Jahren grĂŒndete eine Gruppe um Nelson Mandela den bewaffneten Arm des ANC. Viele der ehemaligen FreiheitskĂ€mpfer sehen ihr Ziel auch nach dem Ende der Apartheid nicht erreicht. Ein Ortsbesuch in Kapstadt.

Faizel Moosa schaut hinab ĂŒber die schroffen Klippen, die davor ausgebreitete Innenstadt, den Hafen und den tief blauen Ozean. Mit Sonnenbrille, kurzen Hosen und Bob-Marley-T-Shirt sieht er aus wie einer der zahlreichen Urlauber, die tĂ€glich den Tafelberg hinaufkraxeln. Doch fĂŒr Moosa ist es eine Zeitreise in die Vergangenheit. weiterlesen…

So viel Heimlichkeit

8. Dezember 2011 – 21:43

Kein schönes Weihnachtsgeschenk fĂŒr SĂŒdafrikas Journalisten: Der regierende African National Congress (ANC) nutzte seine absolute Mehrheit, um ein neues Gesetz zum Schutz geheimer Regierungsinformationen durchs Parlament zu bringen. Das gibt der Regierung weitreichende Befugnisse, brisante Dokumente als geheim zu klassifizieren – und bedroht Journalisten und Whistleblower mit bis zu 25 Jahren Haft.

Die Wochenzeitung Mail & Guardian lieferte Mitte November einen bitteren Vorgeschmack auf das, was SĂŒdafrikas Medienlandschaft bald drohen könnte. Eine Woche vor der Parlamentsabstimmung ĂŒber das Protection of Information Bill (Gesetz zum Schutz von Informationen) machte das Blatt mit einer investigativen Geschichte ĂŒber Mac Maharaj, Sprecher von StaatsprĂ€sident Jacob Zuma, auf. Maharaj könnte in einen Korruptionsskandal verwickelt sein, lĂ€sst die Einleitung des Artikels wissen – danach sind dreiviertel des Textes in großen dunklen KĂ€sten geschwĂ€rzt. weiterlesen…

SĂŒdafrikas Gewerkschaften kĂ€mpfen fĂŒr Pressefreiheit

7. Dezember 2011 – 22:36

Neues Informationsschutz-Gesetz spaltet Regierungs-Allianz

Mit harscher Kritik und schwerwiegenden Drohungen hat der sĂŒdafrikanische Gewerkschaftsbund COSATU in der vergangenen Woche auf die Verabschiedung eines neuen Gesetzes zum Schutz von Staats-Informationen reagiert. Der regierende ANC hatte seine absolute Mehrheit genutzt, um das Gesetz im KapstĂ€dter Parlament zu verabschieden. Nun muss es noch die LĂ€nderkammer passieren und von StaatsprĂ€sident Jacob Zuma (ANC) unterschrieben werden. Tritt das Gesetz in Kraft, erhĂ€lt das sĂŒdafrikanische Ministerium fĂŒr Staatssicherheit weitreichende Möglichkeiten, Staatsinformationen als geheim zu klassifizieren. Investigativen Journalisten und ihren Informanten drohen demnach kĂŒnftig Haftstrafen zwischen fĂŒnf und 25 Jahren. Kritiker fĂŒrchten dramatische Einschnitte fĂŒr die Pressefreiheit in SĂŒdafrika und eine Zunahme der Korruption. weiterlesen…

ANC stellt Malema kalt

12. November 2011 – 08:52

SĂŒdafrikanischer Regierungspartei droht Machtkampf – auch Zukunft von PrĂ€sident Zuma ungewiss

In SĂŒdafrikas Zeitungen war er neben PrĂ€sident Jacob Zuma seit Jahren der Politiker, ĂŒber den am meisten geschrieben wurde: Julius Malema, PrĂ€sident der einflussreichen Jugendliga des regierenden African National Congress (ANC), inszenierte sich mit populistischen Forderungen zum AnfĂŒhrer der verarmten, arbeitslosen Jugend des Landes – wĂ€hrend er selbst skandalumwittert in Saus und Braus lebte. weiterlesen…

SchÀdel, Schuld und Schweigegeld

16. September 2011 – 15:48

Nach dem Interview lĂ€dt Vetaruhe Kandorozu, BĂŒrgermeister von Okakarara, zum Mittagessen ein. Doch der Appetit ist lĂ€ngst vergangen. Zu grausam waren die Schilderungen der vergangen 50 Minuten.

Okakarara ist eine staubige 6000-Seelen-Gemeinde 300 Kilometer nördlich von Windhuk. Das StĂ€dtchen ist umgeben von riesigen Farmen, dahinter beginnt die Kalahari, eintönig, flach, endlos. An den RĂ€ndern der Hauptstraße von Okakarara verstecken sich improvisierte ImbissstĂ€nde unter behelfsmĂ€ĂŸig aufgespannten Planen vor der unerbittlichen Sonne. Ein paar Ziegen laufen ĂŒber die Straße. Im Zentrum wartet die einzige Tankstelle weit und breit auf Kundschaft, doch die meisten Einheimischen fahren Eselkarren. Die Gegend wirkt friedlich.

Vor etwas mehr als hundert Jahren jedoch, als Namibia noch Deutsch-SĂŒdwestafrika hieß, fand hier ein Völkermord statt. weiterlesen…

Korruption und Nebelbomben

15. August 2011 – 22:16

SĂŒdafrika: Streik um Hungerlöhne. Skandal um ANC-Jugendliga-PrĂ€sident Malema

SĂŒdafrika ist das Land mit der weltweit grĂ¶ĂŸten Schere zwischen Arm und Reich, und dennoch könnten die Schlagzeilen, die derzeit das Land beherrschen, kaum widersprĂŒchlicher sein. WĂ€hrend Hunderttausende ReinigungskrĂ€fte fĂŒr existenzsichernde Mindestlöhne streiken, lĂ€ĂŸt sich Julius Malema, PrĂ€sident der ANC-Jugendliga (ANCYL) und selbsternanntes Sprachrohr der Armen, einen Bunker unter seine Villa bauen. weiterlesen…

Blaues Auge fĂŒr den ANC

24. Mai 2011 – 13:05

Regierungspartei verliert vier Prozent, hÀlt aber wichtige Metropolen

Zwelinzima Vavis „Albtraum“ ist nicht wahr geworden. Der GeneralsekretĂ€r des sĂŒdafrikanischen Gewerkschaftsbundes COSATU hatte vor den landesweiten Kommunalwahlen am vergangenen Mittwoch gewarnt, die gewerkschaftsfeindliche Oppositionspartei Democratic Alliance (DA) könnte wichtige Verwaltungen ĂŒbernehmen – allen voran die Nelson Mandela Bay Metropole rund um die Industriestadt Port Elizabeth am Indischen Ozean. Seit dem Wochenende liegen die amtlichen Ergebnisse vor und die Regierungsallianz aus ANC, Kommunistischer Partei SĂŒdafrikas (SACP) und COSATU darf aufatmen. weiterlesen…

Pech und Schwefel

10. Mai 2011 – 12:44

SĂŒdafrikanischer Gewerkschaftsbund COSATU kritisiert regierenden ANC heftig – und bleibt ihm mangels Alternativen doch eng verbunden

Eigentlich war der Anlass traurig genug. Der African National Congress (ANC) hatte in New Brighton, einer Township der Millionenstadt Port Elizabeth, zu einer Gedenkveranstaltung fĂŒr Solomon Mahlangu geladen. Mahlangu war als 19-JĂ€hriger nach dem blutig niedergeschlagenen SchĂŒleraufstand von Soweto 1976 in den Untergrund gegangen, um fĂŒr die Befreiung seines Landes zu kĂ€mpfen. Drei Jahre spĂ€ter ließ das Apartheid-Regime ihn im Zentral-GefĂ€ngnis von Pretoria erhĂ€ngen. Im freien SĂŒdafrika rĂŒckte seine Geschichte nun dennoch in den Hintergrund. weiterlesen…

Der Tod fÀhrt mit

30. MĂ€rz 2011 – 16:28

Über SĂŒdafrikas KriminalitĂ€tsstatistik wird viel berichtet. Eine andere tödliche Gefahr ist wesentlich realer: Straßenverkehr. Nun sollen Punkte helfen.

Jonathan Shapiro alias Zapiro, SĂŒdafrikas bekanntester Karikaturist, hat das Problem gewohnt treffend zu Papier gebracht. Neben einem Messer und einer Pistole ist in seiner Zeichnung ein niedlich wirkender, torkelnder Mann bei einem Auto zu sehen, den SchlĂŒssel in der Hand. Zapiro illustriert die Rangliste der Mordwaffen in SĂŒdafrika – der erste Preis geht an den betrunkenen Herrn. weiterlesen…

Rassismus ist nicht tot

21. MĂ€rz 2011 – 17:14

Zum Tag der Menschenrechte entbrennt in SĂŒdafrika eine neue Rassen-Debatte um die Verteilung von ArbeitsplĂ€tzen

Seit 1994 ist der 21. MĂ€rz offizieller Feiertag in SĂŒdafrika – neben dem Tag der Jugend, der an die Opfer des SchĂŒleraufstands von Soweto erinnert, der traurigste im Kalender des Landes. Tag der Menschenrechte haben sie ihn getauft, zu Ehren der 69 Demonstranten, die 1960 in Sharpeville im Kugelhagel der Polizei starben. Ihr Vergehen: Sie hatten ihre PĂ€sse verbrannt, die Ordnungsinstrumente des Apartheidstaats, der Menschen nach Hautfarben zuschrieb, wo sie sich wann aufzuhalten hatten. Das Apartheid-Regime ist lĂ€ngst besiegt und doch diskutiert SĂŒdafrika wieder ĂŒber Rassismus und Zwangsumsiedlungen. Das neue Druckmittel sind ArbeitsplĂ€tze. weiterlesen…

Zuma macht ernst bei der Arbeitsplatzschaffung

12. Februar 2011 – 14:13

SĂŒdafrikas PrĂ€sident stellt zur Parlamentseröffnung milliardenschweres Investitionsprogramm vor

Mit Frederik de Klerk, Thabo Mbeki und Kgalema Motlanthe waren gleich drei ehemalige sĂŒdafrikanische PrĂ€sidenten im Saal, als ihr Nachfolger Jacob Zuma mit seiner Rede zur Lage der Nation am Donnerstagabend in Kapstadt das Parlamentsjahr 2011 eröffnete. Doch im Mittelpunkt stand zunĂ€chst einer, der nicht da war: Nelson Mandela. Zuma erinnerte an die Freilassung des Vaters der Nation aus 27-jĂ€hriger politischer Haft, die sich am gestrigen Freitag zum 21. Mal jĂ€hrte. weiterlesen…

Die Party vor dem Sturm

10. Januar 2011 – 14:05

Zum 99. Geburtstag des ANC ĂŒbt sich SĂŒdafrikas Regierungsallianz in Einigkeit – doch die GrĂ€ben sind tief und könnten 2011 noch weiter aufreißen

„Seid ihr bereit fĂŒr PrĂ€sident Zuma?“, rief der DJ unterstĂŒtzt von basslastigen Housebeats der Menge im Peter Mokaba Stadion zu. Mit 60 000 AnhĂ€ngern feierte der sĂŒdafrikanische ANC am vergangenen Samstag in ausgelassener Festivalstimmung seinen 99. Geburtstag. Und wĂ€hrend sein Stellvertreter Kgalema Motlanthe in der WM-Arena zu Polokwane bereits fröhlich lĂ€chelnd auf der BĂŒhne tanzte, lief PrĂ€sident Jacob Zuma noch eine Stadionrunde, um den jubelnden Massen zuzuwinken. weiterlesen…

JahresrĂŒckblick 2010: Der Jubel ist verflogen

30. Dezember 2010 – 14:00

Sowohl die Fußball-WM als auch die Arbeit der Regierung Zuma haben SĂŒdafrika desillusioniert/ Gewerkschaften kĂ€mpfen fĂŒr Wandel

Im Soccer-City Stadion von Soweto lief die 55. Minute. Siphiwe Tshabala hatte gerade einen klugen Pass seines Mittelfeld-Kollegen Kagisho Dikgacoi aufgenommen und mit links in den rechten Torwinkel gehĂ€mmert, da war um kurz vor 17 Uhr Ortszeit die erste Fußballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent nicht nur eröffnet sondern auch endgĂŒltig angekommen. Ausgerechnet Tshabala, der inzwischen 26-jĂ€hrige Spielmacher seines in der einstigen Mega-Township ansĂ€ssigen Heimatvereins Kaizer Chiefs, hatte sein Land endgĂŒltig in einen kollektiven Jubelrausch versetzt. weiterlesen…

COSATUs Angst vor der eigenen Courage

1. Dezember 2010 – 13:57

SĂŒdafrikanischer Gewerkschaftsbund kĂ€mpft zum 25. Geburtstag um Einfluss

„Ein Riese ist geboren worden und er will es mit allen Aufnehmen, die ihm im Kampf fĂŒr Arbeiterrechte und Freiheit im Weg stehen.“ Am 1. Dezember 1985 feierte Cyril Ramaphosa auf der GrĂŒndungskonferenz mit seinem Geschichte gewordenen Ausruf den neu formierten Kongress sĂŒdafrikanischer Gewerkschaften (COSATU). Feinde der neuen Macht, das war nicht nur dem damaligen GeneralsekretĂ€r der Bergarbeiter-Gewerkschaft NUM klar, waren die Apartheid-Regierung und die weißen Unternehmer, die sich an der rassistisch unterdrĂŒckten, grĂ¶ĂŸtenteils schwarzen Arbeiterklasse bereicherten.  Die Zeiten haben sich geĂ€ndert, doch der Riese hat noch immer viel zu tun. 25 Jahre spĂ€ter haben sich die Gegner jedoch geĂ€ndert. weiterlesen…

Hoffnung zu Mandelas Geburtstag

18. Juli 2010 – 13:51

Die WM hinterlĂ€sst in SĂŒdafrika viele Schulden aber auch ein neues NationalgefĂŒhl

Der lauteste Jubel-Sturm brach im Soccer-City-Stadion von Johannesburg am vergangenen Sonntag schon vorm Anpfiff des Fußball-Weltmeisterschafts-Finales aus. „Madiba, Madiba“ erschallte in Sprechchören als Nelson Rolihlahla Mandela in einem offenen Golfwagen eine Runde durch das Stadion drehte und den knapp 85000 Zuschauern zuwinkte. Was wohl kaum einer derer, die den Clan-Namen Mandelas riefen, wusste: Der Mann, der fĂŒr die Befreiung SĂŒdafrikas vom Rassismus 27 Jahre im GefĂ€ngnis saß, war nicht ganz freiwillig da. Das behauptet zumindest sein Enkel Mandla Mandela, der dem Weltfußballverband FIFA vorwirft, großen Druck auf seinen Großvater ausgeĂŒbt zu haben. weiterlesen…

In SĂŒdafrika drohen Streiks zur WM

10. Juni 2010 – 13:46

Gewerkschaftsbund und regierender ANC streiten um Macht, Korruption und Strompreise

Ein schwerer Richtungsstreit erschĂŒttert die sĂŒdafrikanische Regierungsallianz und könnte zu Streiks wĂ€hrend der am Freitag beginnenden Fußballweltmeisterschaft fĂŒhren. Auslöser der politischen Krise ist der Versuch des regierenden African National Congress (ANC), ein Disziplinarverfahren gegen den GeneralsekretĂ€r des Gewerkschaftsbundes COSATU, Zwelinzima Vavi, einzuleiten. weiterlesen…

Welches Erbe bleibt nach den Spielen?

26. Mai 2010 – 12:48

WĂ€hrend die FIFA Profite macht, sehen SĂŒdafrikas Migranten der Zeit nach der WM mit gemischten GefĂŒhlen entgegen

„Das ist einfach ein afrikanischer Traum“, sagt Stewart Gweri ĂŒber die Fußballweltmeisterschaft, die demnĂ€chst auch in seiner Stadt, Port Elizabeth gastiert. Auch fĂŒr die Migranten im Land? „Die WM kann ein Wendepunkt sein“, sagt der Simbabwer nach einer langen Denkpause, das Turnier mit seinen internationalen GĂ€sten werde „einigen die Augen öffnen“. weiterlesen…

Hoffnung am Kap

15. Mai 2010 – 14:16

SĂŒdafrikas Redakteure und Verlage verteidigen ihre Pressefreiheit gegen Fifa-Regularien

Dass die Fifa die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an weitreichende Zusagen der Austragungsnationen knĂŒpft, ist ein bekanntes Übel. In SĂŒdafrika bekommen das gerade die Unternehmer zu spĂŒren, die ihre GeschĂ€fte im Umkreis der Stadien wĂ€hrend der Spiele ruhen lassen mĂŒssen. Die traditionell unbeugsame Presse des Landes jedoch hat gegen die restriktiven Regularien der Fußball-Weltmacht angekĂ€mpft – und erste wichtige Erfolge erzielt. weiterlesen…